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Clausthal-Zellerfeld: Bootshafen Schacht Kaiser-Wilhelm II.


Einführung

 

Erste Erfahrungen mit Untertagefotografie erfolgten 1986 während eines Bergbaupraktikums im Rammelsberg bei Goslar. Ein Kleinblitzgerät mit einer Leitzahl von 32 zeigte dabei die Grenzen auf. Mehr als 12 Meter Ausleuchtung waren nicht drin.

Anfang 1989 schließlich wurde erstmalig die sogenannte Ausblitztechnik angewandt. Nach anfänglichen Fehlversuchen gelangen dann nach und nach sehr schöne Aufnahmen. Dadurch, daß die Blitze von verschiedenen Seiten aus erfolgen, wirken diese Bilder lebendig. Der Aufwand ist allerdings sehr groß. Zwei Personen sind hierbei erforderlich. Eine 50 Meter lange Strecke auszuleuchten dauert etwa 15 - 20 Minuten. Die Gefahr, ein Geisterbild mit seinen eigenen Schatten zu produzieren, ist groß. Zielgenaues Blitzen zum vorherigen Standort ist anzustreben.

Mitte 1994 wurde der erste Hochleistungsblitz im Eigenbau hergestellt. Dieser hatte eine Blitzleistung von 250 Joule. 30 Meter bei Blende 2,8 waren damit möglich.

Im Februar 2000 wurde die 2. Generation Hochleistungsblitzgerät mit einer Blitzleistung von 562 Joule gebaut. Michael Kitzig, ein Fachmann auf dem Gebiet des Blitzgeräteeigenbaus aus Bad Sooden-Allendorf, hatte die Idee zu dieser hervorragenden Schaltung. Er selbst betreibt mehrere Blitzgeräte mit Leistungen zwischen 375 und knapp 600 Joule.

Da die maximale Blitzleistung aber nur abgegeben werden kann, wenn die Blitzlampe und der Reflektor optimal aufeinander abgestimmt sind (gute Fokussierung erforderlich!), wurde zunächst die passende Reflektorkontur berechnet. Da das ganze noch tragbar sein muß, durfte der Reflektoraußendurchmesser 145 mm nicht übersteigen. Auf einer CNC-gefrästen Form wurde der Reflektor schließlich aus Aluminium im Tiefziehverfahren hergestellt und anschließend hochglanzeloxiert.
Das Ergebnis: nach Fokussierung der Blitzlampe im Brennpunkt des Reflektors mit einem Stroboskop sind nun bei 562 Joule Blitzleistung knapp 70 Meter Sichtweite möglich.

Im April 2004 erfolgte eine Optimierung der Reflektoreinheit. Eine Plankonvexlinse mit 15 cm Durchmesser und einer Dicke von 3,5 cm wurde mittels einer vorsteckbaren Rohrreduzierung in den Brennpunkt von 21,75 cm angebracht. Da die Doppelwendelquarzglaslampe einen Durchmesser von 26 mm besitzt und somit keine ausschließlich punktförmige Lichquelle darstellt, sammelt die Linse Streulicht aus dem unteren Teil der Blitzwendel. Enge Stollen werden so im vorderen Bereich durch den Blitz nicht mehr zu hell. Streulicht wird gesammelt und verläßt die optische Einheit parallel. Mehr gebündeltes Licht erlaubt es, Aufnahmen bei voller Blitzleistung und Blende 2,8 bei ca. 15% mehr Ausleuchtungsreichweite durchzuführen. Einziger Nachteil ist, daß der Blitz immer schwerer wird. Die Vorsteckeinheit wiegt 1,25 kg.

Im Juli 2004 wurde der Hochleistungsblitz auf 584 Joule erweitert. Neue Elektrolytkondensatoren von 9.120 µF erbringen diese Leistung bei 360 V Ladeendspannung. Eine für diese Zwecke neuartige Ringblitzröhre für 700 Ws wurde im Parabolreflektor bestmöglich fokussiert. Es sind knapp 80 Meter Ausleuchtung möglich. Der Wirkungsgrad betrug aber nur knapp 20%

Im Juni 2005 ist ein Wandlerplatinenlayout entworfen worden. Ziel hierbei war es, einen Wandler mit hohem Wirkungsgrad zu entwickeln, um die Akkuausnutzung zu optimieren. Die Platine ist 10 x 10 cm gross. Der Trafo wurde so oft gewickelt, bis sich ein Wirkungsgrad von knapp 50% eingestellt hat. Ein einziger Vorwiderstand an der Steuerwicklung stellt den gewünschten Ladestrom ein. Bei durchschnittlich 5,22 Ampere werden 584 Joule in 20,3 Sekunden aufgeladen. Dabei werden die Leistungstransistoren dank der guten Kühlkörper gerade mal handwarm.

Im September 2005 wurde der Hochleistungsblitz Lucifer 640-2 mechanisch zusammengebaut. Das Design ist neu durchdacht und mit einem Gesamtgewicht von lediglich 3,73 kg (Abmessungen D x L: 150 x 280 mm) ist er für den Untertageeinsatz gut geeignet. Unter der Rubrik Hochleistungsblitzgerät ist ein Foto desselben zu sehen.

Anfang Juli 2006 erfolgte der Zusammenbau des »gläsernen« Lucifer 280. In nur 6,8 Sekunden werden bei durchschnittlich 7,7 Amp. 280 Joule geladen. Das Gehäuse ist aus Acrylglas gefertigt. Die vordere Scheibe ist mit einer Nut versehen und mit Acrylglaskleber fachmännisch eingeklebt worden. Hinten sorgt im Betrieb ein transparenter Vakuumverschlussdeckel aus Silikon für wasserdichten Untertageeinsatz. Der Hochleistungsblitz wiegt lediglich 2.950 Gramm.

Im Dezember 2008 wurde die Reflektoreinheit von Lucifer 640-2 verbessert. Um den Nachbau zu vereinfachen und die Ausleuchtungseigenschaften zu steigern, erfolgte der Einsatz eines Tele-Reflektors von Bowen (BW-1253; Pioneer narrow angle) mit einer Ringblitzröhre aus Quarzglas für 700 Joule.

Im August 2009 wurde für den Lucifer 640-2 ein neues Gehäuse aus Plexiglas entworfen und zusammengebaut. Mit einer Vakuum-Silikon-Abdeckung auf der Rückseite ist er abgedichtet gegen Spritzwasser. Als Blitzröhre wurde eine 1.000 Ws Doppelwendel im Reflektor von Bowen mit ca. 17 cm Durchmesser eingebaut. Zusätzlich wurde noch eine weitere Einheit »Firefly 3« erworben. Damit lassen sich nun zwei Hochleistungsblitze zeitgleich mit der Digitalkamera über den Kleinblitz auslösen. Mit insgesamt etwas mehr als 860 Wattsekunden eine beachtliche Leistung.

Anfang März 2011 erfolgte der Zusammenbau eines neuen Blitzgerätes mit 450 Ws. Auch dieser hat eien Wirkungsgrad von knapp 50% und lädt 6720 µF in 14 Sekunden auf 360 Volt auf. Nun können insgesamt 1310 Ws zeitgleich über Firefly III Auslöser gezündet werden.

Im Oktober 2012 wurde für die Digitalkamera Olympus PEN E-PL2 ein Unterwassergehäuse (PT-EP03) angeschafft und ein zusätzlicher Unterwasserblitz von Olympus (UFL-1). Ab jetzt sind Feuchtigkeit und Tropfwasser kein Problem mehr. Der UW-Blitz wird als Slave synchron über ein Glasfaser-Lichtleiterkaber ausgelöst. Über die Firefly-III Auslöser zünden die Kraftblitze mit.

Der Juli 2013 bildet den Meilenstein im Blitzgerätebau. Der größte Kraftblitz mit 720 Ws wird zusammengebaut. Neue Akkutechnologie von Linano (LiFePo4) mit 6 Ah machen 180 Blitze bei Volllast möglich. Zwei wichtige Platinen wurden hierzu mit verbaut: Überladeschutz/ Balancier und Tiefentladeschutz, sowie Schutz vor Kurzschluss. Im Bereich Hochleistungsblitz wird dieser detailliert beschrieben.

Anfang November 2015 galt das Ziel, den leichtesten Blitz mit 450 Ws Blitzleistung bei optimierter Akkuausnutzung zu bauen. Hierzu wurde der Blitz mit 280 Ws von 2006 umgebaut. 3.200 mAh LiFePo4 Akkus von Linano ersetzten 2.500 mAh Hawker Blei-Azid Akkus. Gleichzeitig wurde die Elkokapazität auf 7050 µF erhöht. Mit dieser Maßnahme konnte das Gewicht von 2.950 auf 2.450 Gramm verringert werden. Leichter geht es nicht. 140 Blitze sind mit einer Ladung möglich.

 

 


 
 
 
   
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