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Reflektoreinheit des Hochleistungsblitzgerätes Lucifer 180


Reflektoreinheit des Hochleistungsblitzgerätes Lucifer 220

Fototechniken

 

Untertagefotografie benötigt jede Menge Blitzenergie. Aber auch mit Blitzgeräten schwacher Leistung um 30 Joule gelingen hervorragende Aufnahmen. Mit der sogenannten Ausblitztechnik können auch 50 Meter lange Strecken oder untertägige Räume erhellt werden.

Benötigt wird hierfür:

    - Eine Spiegelreflexkamera mit mechanischem Blendenverschluß
      (z.B. eine alte Minolta SRT 100). Bis 2005 in altbewährter Analogtechnik.
    - Ein 24 mm Weitwinkelobjektiv
    - Ein Drahtauslöser
    - Ein Stativ
    - Ein Kleinblitz, der einen externen Akkuanschluß (6 V, 1,2 Ah) besitzt
      (mit ca. 1 Meter Spiralkabel)
    - Ein Ladegerät für den Akku
    - Ein Dia-Film mit 21 DIN Filmempfindlichkeit
Während der ganzen Aufnahme steht die Kamera auf einem Stativ. Zwei Personen sind hierfür erforderlich. Die eine Person hält den Deckel jeweils vor das Objektiv, wenn die andere Person mit Grubenlampe im Bildbereich herumläuft. Wird ein langer gerader Streckenabschnitt ausgeblitzt, erfolgt der erste Blitz am entferntesten Punkt. Der mechanische Blendenverschluß wird mit einem Drahtauslöser aufgehalten. Nun geht die Person mit dem Blitzgerät ca. 6 Meter zurück auf die Seite des gegenüberliegenden Stoßes und blitzt schräg nach vorne in den Bereich, wo er vorher gestanden hat. Dies ist notwendig, weil sonst bei jedem abgegebenem Blitz ein Schatten der eigenen Person entsteht. Dies würde unweigerlich zu einem Geisterbild führen. Bei jedem Zurückgehen darf der Deckel vor dem Objektiv nicht fehlen! Dies wird sichergestellt, indem der Ausblitzer die Kommandos auf oder zu gibt. Nach einigen abgegebenen Blitzen wird beim Zurückgehen das Stativ erreicht. Nun werden noch etwa 2 - 3 Blitze hinter dem Stativ in Fotorichtung abgegeben, damit auch der letzte Schatten eliminiert wird. Zum Schluß noch den Drahtauslöser betätigen und nach etwa 15 - 20 Minuten ist das Bild im Kasten. Beispiele hierfür sind der Pißthaler Wasserlauf bei Bockswiese oder der Winterwieser Wasserlauf in Clausthal-Zellerfeld im Bereich Fotogalerie. Bei großen Räumen sollten nach Möglichkeit Plätze aufgesucht werden, hinter denen sich die Person mit dem Blitzgerät verstecken kann. Da solche Räume noch mehr Blitzenergie benötigen, werden von einem Versteckpunkt aus 10 - 15 Blitze in unterschiedliche Richtungen hintereinander abgegeben. Als Anhaltspunkt benötigt ein 50 Meter langer, 20 Meter breiter und 5 Meter hoher Bereich etwa 30 - 40 Blitze eines Kleinblitzgerätes mit 30 Joule Blitzenergie. Beispiele hierfür sind der Bootshafen des Schachtes Kaiser Wilhelm II. oder der Turbinenraum des Kavernenkraftwerkes am gleichnamigen Schacht auf dem Ernst-August-Stollen in 364 Meter Teufe unterhalb Clausthal-Zellerfelds im Bereich Fotogalerie.


Werden sogenannte Sklavenblitze eingesetzt, kann ein Primärblitz mehrere Folgeblitze auslösen. Dies hat aber immer zum Nachteil, dass mehrere Personen in der Strecke stehen und Zwischenbereiche oft zu dunkel werden.

Eleganter, schneller und ohne Schatten von Personen im Bild gelingen Untertageaufnahmen mit Hochleistungsblitzgeräten um 500 - 600 Joule Blitzleistung. Die Blitzleistung kann aber nur umgesetzt werden, wenn der Reflektor des Blitzgerätes möglichst wenig streut. Dies wird nur erreicht, wenn die Blitzlampe im Reflektor vorher bestmöglich mit einer Stroboskopschaltung fokussiert wird. Streut die Reflektoreinheit zu sehr, werden seitliche Bereiche im Vordergrund überstrahlt und der Blitz schafft auch nur 20 Meter oder weniger. Bei guter Fokussierung der Blitzröhre im Parabolreflektor sind bei knapp 600 Joule durchaus 70 Meter Ausleuchtung drin. Sie werden in der Rubrik Hochleistungsblitzgerät genau beschrieben. Eine genaue Zielanpeilung ist unerlässlich. Hierzu dient ein kleiner fest montierter Handlaser (Reichweite bis 250 Meter)! Das Blitzgerät selbst ist auf einem Stativ montiert. Mit dem Handlaser ist jede gewünschte Zielrichtung vorzugeben.1/15 Verschlußzeit muß gewählt werden, um keine Lichtenergie zu verschenken. Bei 1/60 gehen ca. 1/3, bei 1/30 immer noch ca. 1/5 Lichtenergie verloren, da die Leuchtdauer von Hochleistungsblitzgeräten in der Regel länger als bei Kleinblitzen ist. Beispiele hierfür sind einige Aufnahmen im Lehrbergwerk Grube Roter Bär in Sankt Andreasberg im Harz in der Rubrik Fotogalerie. Da in Schächten die Ausblitztechnik nicht funktioniert, kann hier nur ein Gerät mit ausreichend hoher Blitzenergie brauchbare Ergebnisse liefern. Steht große Lichtenergie (um 580 Ws) zur Verfügung, können bei Blende 8 noch 28 Meter mit höchster Tiefenschärfe aufgenommen werden. Mit einem 24 DIN Film sind bei Blende 8 sogar noch 35 Meter Ausleuchtung drin. Kleinblitze mit Bende 2,8 führen zu sehr unscharfen vorderen Bereichen. Im Gegensatz zur Ausblitztechnik ist nur eine Person erforderlich. Der Blitz wird über ein Synchronkabel ausgelöst.

Digitalfotografie ist ein neueres Medium, um untertage zu experimentieren. Hierzu sind bei einfachen Kameras Grenzen gesetzt. Normalerweise fangen die unteren Brennweiten erst bei 35 mm an. Dies ist für die meisten Untertageaufnahmen ungeeignet. Ein Konverter ist für die Olympus 750 UZ erhätlich, der die Brennweite auf 17,5 mm verkürzt. Die kleinen Digitalkameras sind meist durch Blende 8 begrenzt. Oft sind aber Blende 11 oder gar 22 erforderlich, um vordere Bereiche von schmalen Stollen mit Hochleistungsblitzen nicht zu überstrahlen. Die Filmempfindlichkeit sollte auf 50 ASA zurückgestellt werden, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Zum Synchronblitzen ist ein sehr empfindlicher Sklavenblitz erforderlich, der auch Vorblitze sicher detektiert und eliminiert. Für knapp EUR 44.- ist ein solcher Bausatz von David Gibson zu beziehen. Im Bereich Links ist dieser beschrieben. Die Digitalkamera muss aber auch manuell bedienbar sein. Die Länge der Blitzdauer, Verschlusszeit- und Blende, aber auch der Fokus müssen manuell vorwählbar sein. Ich fotografiere unter Tage seit September 2006 ausschließlich nur noch digital.



Die Platzierung des Blitzes ist enorm wichtig. Der Blitz wirkt besser, wenn er knapp über der Sohle (unteres Foto) abgegeben wird. Dann hat das Foto mehr Räumlichkeit. Bei beiden Fotos wurde jeweils ein Einzelblitz von 280 Joule abgegeben. 17,5 mm Brennweite des Objektives und Blende 5.0 wurden digital mit der Camedia UZ 750 umgesetzt. Blicktiefe ca. 30 Meter.


Anno 2011: Erneuerung der digitalen Fotoausrüstung. Eine Olympus PEN E-PL2 mit Superweitwinkelzoomobjektiv MZuiko 9 - 18 mm. Als Fernauslöser dient ein Pixel Wireless Remote Control RW-221 Tx. Die Digitalkamera mit Micro Four Thirds Wechselobjektiven ist klein und handlich. Im manuellen Modus können Blende, Zeit und Fokus vorgewählt werden. Das Superweitwinkelobjektiv ist notwendig, um einen ausreichenden Bildausschnitt abbilden zu können. 9 mm entsprechen 18 mm im Kleinbildformat. Der Fernauslöser funktioniert auch durch Hindernisse und in einer maximalen Distanz von 100 Metern. Ein Umschalter von Einzelbild, Serienbild, Langzeitbelichtung (bulb) und Selbstauslöser ermöglicht alle Freiheiten. Jedes Hochleistungsblitzgerät ist mit einem optischen Fernauslöser (Sklavenblitz Firefly III) ausgestattet. Mittels Stativ und Langzeitbelichtung kann mehrfach aus verschiedenen Richtungen manuell geblitzt werden. Ohne Stativ können alle 3 Hochleistungsblitzgeräte synchron mit dem eingebundenen Kleinblitz der Kamera ausgelöst werden. Dann sind allerdings 3 Personen erforderlich. Mittels Stativ kann eine Person per Funkfernauslöser die Langzeitbelichtung starten und nach Auslösung von mehreren Hochleistungsblitzgeräten eigenständig beenden. Standortwechsel muss dann allerdings ohne den Einsatz der Grubenlampe erfolgen. Um "Geisterbilder" mit selbst produzierten Schatten zu vermeiden, sind entweder alle Blitze von der Position hinter dem Stativ abzugeben, gezielte entfernte Gegenblitze zu setzen, oder versteckt hinter Hindernissen abzugeben. Ebenfalls können mehrere entfernte Blitze in Fotorichtung abgegeben werden. Allerdings müssen dann noch weitere aus dem Bereich hinter dem Stativ in Fotorichtung abgegeben werden, um eigene Schattenkonturen wieder zu eliminieren.

 


Im Oktober 2012 wurde die Ausrüstung durch ein Unterwassergehäuse und einen Unterwasserblitz, der mit einem Lichtleiterkabel über den Kleinblitz der Kamera direkt ausgelöst wird, ergänzt. Ein Mehrfachbelichtungsmodus ermöglicht zwei nacheinander in verschiedene Richtungen abgegebe Kraftblitze, während die Kamera auf einen Stativ steht. Tropfwasser auf das Kamara-Gehäuse ist nun kein Problem mehr.

 


Mit der neuen Technik lassen sich bei Einsatz von 280 Ws ganz hervorragende Untertageaufnahmen anfertigen. Blende 14 sorgt für völlige Tiefenschärfe. Um den Autofokus nutzen zu können, muss der Stollen mittels Grubenlampe oder besser mittels LED Hochleistungslampe in ca. 20 Meter Entfernung angestrahlt werden. Der in der Kamera integrierte Doppelbelichtungsmodus kann genutzt werden, um in weiter Entfernung in Richtung Kamerastativ einen Gegenblitz auszulösen. Anschließend noch einen Blitz hinter dem Stativ in Blickrichtung abgeben und das Bild ist fertig.

 


Anno 2013: Die Fotoausrüstung ist komplett. Sie besteht aus:

- Ultraleichtem, aber stabilem Carbon-Stativ Bilora C253 mit 3D Stativ-Kopf
- Micro Four Thirds Kamera Olympus PEN-EPL2
- Superweitwinkel MZuiko 9 - 18 mm
- Unterwassergehäuse PT-EP03
- Unterwasserblitz Olympus UFL-1
- Glasfaserspiralkabel zur Synchronauslösung
- Autofokus-Hilfsleuchte mit 1.600 Lumen, mit zwei Li-Polymer-Akkus 4,3 Ah, 3 Stunden Dauereinsatz bei Volleistung möglich.
- Zwei Hochleistungsblitzen je mit Firefly III Slave-Units zur berührungslosen Synchronauslösung


Features der Kamera: Selbstauslöser 12 s, Doppelbelichtungsmöglichkeit, 60 s Langzeitbelichtung (reicht für 8 Blitze mit 280 Ws)
UT-Voreinstellung für enge Stollen/ Strecken: Blende 14


 

 


 
 
 
   
© 2003 by Lutz Markworth • LMarkworth@aol.com