Ecuador 2018 - Auf großer Fahrt

oder die Reisen der beiden Anderen
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Ecuador 2018

Reiseberichte









Wir waren vom 18. Oktober bis zum 3. November 2018 mit IKARUS auf der


GROSSEN ECUADOR-RUNDREISE


Hein Blöd: Ich bin fertig, Käpt’n, wir können anfangen.
Käpt’n Blaubär: Womit bist du fertig, wenn ich fragen darf?
Hein Blöd: Mit der Umgestaltung unseres Bordklos!
Käpt’n Blaubär: Ich bin zwar über jede Eigeninitiative deinerseits hocherfreut, aber warum musste denn ausgerechnet das Bordklo umgestaltet werden?
Hein Blöd: Wir sind doch, wenn wir ehrlich sind, Käpt’n, ein wenig beschränkt …
Käpt’n Blaubär: Wenn ich davon ausgehen muss, dass du mich in deine Überlegungen mit einbeziehst, dann sind wir die längste Zeit Freunde gewesen!
Hein Blöd: Aber nicht doch, Käpt’n! Platzmäßig, meine ich! Das Klo ist viel zu klein. Warum sonst müssen sie sich rückwärts reinschieben. Mal ehrlich, wie oft haben sie dabei den Toilettenpapierrollenhalter von der Wand gerissen? Na?
Käpt’n Blaubär: …
Hein Blöd: Deswegen habe ich dieses Gerät draußen neben der Klotür an die Wand geschraubt. Ganz so, wie wir das in Ecuador kennengelernt haben.
Käpt’n Blaubär: Aber …
Hein Blöd: Und gleich darunter habe ich einen Eimer aufgestellt. Dahinein kommt künftig das beschi… beschmutzte Toilettenpapier. Ganz wie in Ecuador.
Käpt’n Blaubär: Einen Eimer? Welchen Eimer denn?
Hein Blöd: Na den roten.
Käpt’n Blaubär: Der gehört aber zur vorschriftsmäßigen Feuerlöscheinrichtung, den kannst du nicht so einfach zweckentfremden. Mal ganz abgesehen davon, wie man das Papier bei geschlossener Tür in den Eimer bekommt, wie hast du dir die Entsorgung desselben vorgestellt?
Hein Blöd: Na, genau wie in Ecuador. Das macht das Personal.
Käpt’n Blaubär: Du weißt aber schon, Hein, dass du hier das Personal bist, oder?
Hein Blöd: …
Käpt’n Blaubär: Wohin will er denn jetzt wieder? Eigentlich wollten wir zusammen etwas über unsere letzte Reise ausplaudern. Aber immer, wenn er gebraucht wird, ist Hein verschwunden. Das wir diesmal in Ecuador waren, habt ihr ja inzwischen mitbekommen. Aber wisst ihr auch, wie Ecuador zu seinem Namen gekommen ist? Nein? Das habe ich mir ge-dacht. Aber in der Fachwelt ist es längst kein Geheimnis mehr, dass Ecuador ganz allein mir seinen Namen zu verdanken hat. Und das kam so: In meiner frühen Jugend kannte man den Äquator nur als ein unbändiges und ziellos umherschweifendes Wesen, das mal hier und dann mal dort auftauchte. Ich wollte gerade das Horn von Afrika umschippern, als er sich mir frech in den Weg stellte und mich an der Weiterfahrt hinderte. Ich sprang kurz entschlossen über Bord und landete geradewegs auf dem Rücken des Äquators. Der bäumte sich auf, sprang hin und her, konnte mich aber nicht abwerfen. So ritt ich auf ihm mehrmals um den Globus bis er sich beruhigt hatte und dort schlapp zu Boden sank, wo er noch heute liegt, weil ich ihn flugs mit großen Bolzen festgenagelt habe.
Hein Blöd: Da bin ich wieder.
Käpt’n Blaubär: Schön. Und wo warst du?
Hein Blöd: Ich hab das Klo wieder umgestaltet.
Käpt’n Blaubär: Ach ja? Um den Leuten eine ungefähre Ahnung von unserer Reiseroute zu geben, könntest du die Güte haben und kurz die Übernachtungsorte aufzählen.
Hein Blöd: Hab mir schon gedacht, dass so etwas kommen wird. (Hein holt einen Zettel aus seiner Hosentasche.) Die Übernachtungsorte waren folgende: Quito (3), das ist übrigens die Hauptstadt, Papallacta (1), Lasso (1), Riobamba (1), Cuenca (2), Vilcabamba (2), Guayaquil (2) und Puerto López (3). Die Anzahl der Übernachtungen hab ich in die hübschen Klammern gesetzt. Ist das so o.k., Käpt’n?
Käpt’n Blaubär: Ganz hervorragend, Hein! Die Nummer unserer Pauschalreise lautet: 843517-06 Tour A. Wer den Reiseverlauf detaillierter nachverfolgen möchte, kann dies bei IKARUS tun. Wenn wir hier mehr als unbedingt nötig erzählen, dann sind wir wieder ruckzuck bei neunzig Seiten. Und am Ende hält man uns dann wieder vor, den größten Teil davon zusammengesponnen zu haben.
Hein Blöd: Mit „uns“ meinen sie aber nicht uns beide, oder? Zu erzählen hätten wir aber eine Menge, denn erlebnisreich war die Reise wohl, sie gehört aber nicht zu unseren schönsten.
Käpt’n Blaubär: Das ist wohl wahr. Als Einstiegsziel für Südamerika-Neulinge mag es gehen. Nicht aber, wenn man wie wir vorher schon Peru und Chile bereist hat. Das Hochland von Ecuador ist atemberaubend. Ganz besonders für Küstenbewohner, wenn sie nicht im Bus durch die Gegend kutschiert werden, sondern zu Fuß unterwegs sein müssen. Schließlich bewegten wir uns ständig in ein paar Tausend Meter Höhe. Mit dem Blick auf gewaltige schneebedeckte Vulkane.
Hein Blöd: Das mit den Vulkanen war ja gut und schön, aber wenn man selbst auf dem Tisch steht, kommt einem der Schrank gar nicht mehr so hoch vor. Von denen, die wir gesehen haben, war aber kein einziger in Betrieb! Das nenne ich schlechte Organisation. Wo wir doch Ecuador hauptsächlich wegen seiner vielen Vulkane ausgewählt hatten.
Käpt’n Blaubär: Ja, das stimmt schon. Immerhin waren wir bei dem Dorf Quilotoa (3854 m) in einem eingestürzten Krater, dessen Wände sich bis in eine Höhe von 4010 Meter erhoben.
Hein Blöd: Wir haben es sogar zu Fuß zum Kratersee hinunter geschafft. Sein Wasserspiegel liegt bei 3570 Meter und die Tiefe soll angeblich 250 Meter betragen.
Käpt’n Blaubär: Was du alles weißt! Ich bin wirklich beeindruckt.
Hein Blöd: (Wedelt mit seinem Zettel.) Leider fehlte uns dann für den Weg hinauf die Puste. Wir waren auf die Hilfe von Mulis angewiesen, die uns aufrichtig leidtaten.
Käpt’n Blaubär: Das gehört überhaupt nicht hierher.
Hein Blöd: Dass es am Äquator immer heiß oder zumindest warm ist, ist ein Märchen. Mitunter mussten wir uns warm anziehen. Manchmal waren nachts die drei Decken aus dem Schrank noch nicht genug. Dass wir dort unseren eigenen Schatten breittreten konnten, stimmt allerdings.
Käpt’n Blaubär: Übermäßig viel Natur in ihrer Ursprünglichkeit ist selbst im Hochland nicht mehr anzutreffen. Wenn es nicht der blanke Fels verhindert, dann wird sogar bis in 4000 Meter Höhe Ackerbau betrieben.
Hein Blöd: Sie vergessen den Bergnebelwald (1000 – 3600 m) über dem Tal der Hundertjährigen. Da gibt es noch Natur pur.
Käpt’n Blaubär: Geregnet hat es!
Hein Blöd: Das Küstenflachland wird bedauerlicherweise von Monokulturen beherrscht: Mais, Zuckerrohr, Kakao. In riesigen Gewächshausanlagen werden beispielsweise Rosen für den Export produziert. Also nichts fürs Auge. Außer der Schmutz an den Straßen.
Käpt’n Blaubär: Die Hauptverkehrswege sind sehr gut ausgebaut! Im Hochland hat man diesbezüglich Gigantisches geleistet. Alles mit eigenen Leuten. Nach Aussage des Reiseleiters. Zum Abschied hat man uns gebeten, für Ecuador zu werben. Was wir hiermit getan haben. Hoffe ich. Wenn es weiter nichts Wichtiges zu erwähnen gibt, dann wollen wir es hiermit belassen. Was meinst du, Hein?
Hein Blöd: Wir könnten noch erwähnen, dass die Stadtbusse in Quito und Guayaquil mindestens dreimal so lang sind wie die hierzulande. Wir können es aber auch lassen.










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